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23.10.2019 Kroatientag 2019

Österreich und Kroatien erstmals mit 2 Mrd. Euro Handelsvolumen

Kroatientag 2019

Foto: Marija Kanizaj / RLB Steiermark V.l.n.r. Klaus Schweighofer, Vizepräsdent der Kroatisch-Österreichischen Handelskammer, Landesrat Hans Seitinger, Nikolina Klaic, Staatssekretärin im kroatischen Ministerium für regionale Entwicklung und EU-Fonds, Natasa Mikus-Zigman, Staatssekretärin im kroatischen Wirtschaftsministerium, Tugomir Majdak, Staatssekretär im kroatischen Landwirtschaftsministerium, Martin Schaller, Präsident der Kroatisch-Österreichischen Handelskammer

Beim Kroatientag 2019 in der Raiffeisen-Landesbank sprachen Vertreter aus Österreich und Kroatien über die zukünftige wirtschaftliche Zusammenarbeit, insbesondere über die Mittelverwendung aus EU-Fonds. 

In der ersten Hälfte dieses Jahres wurde in Kroatien ein BIP-Wachstum von 3,1% gegenüber dem selben Zeitraum des Vorjahres erwirtschaftet. Dieses Wachstum ist deutlich höher als jenes von Österreich und anderen mitteleuropäischen Ländern. Anteil daran hatte sowohl der Binnenhandel als auch der Export.  

Österreich belegt Platz eins der ausländischen Investoren in Kroatien. Seit 1993 wurden 4,4 Mrd. Euro investiert. Das Handelsvolumen zwischen Österreich und Kroatien überschritt 2018 erstmals die Marke von 2 Mrd. Euro. Traditionell pflegen auch die steirischen Unternehmen gute Kontakte zu Kroatien. Entsprechend gute Aufbruchsstimmung herrschte beim Kroatientag 2019, zu dem Raiffeisen Generaldirektor Martin Schaller in seiner Funktion als Präsident der Kroatisch-Österreichischen Handelskammer in die RLB-Zentrale nach Raaba lud. Als „glühender Befürworter“ der EU rief er dazu auf, die Herausforderungen der Zeit gemeinsam zu lösen und daran zu wachsen. „Die Europäische Staatengemeinschaft ist ungemein wichtig, um im Konzert von USA, China und Indien mitzuspielen – gerade für kleinere Volkswirtschaften wie unsere. Aber die EU sollte nicht überregulieren, sondern unterstützen und fördern“, sagte Schaller.
 

EU-Fonds sind der Turbo 

Einen wesentlichen Beitrag zur guten Entwicklung der Wirtschaft in Kroatien leistet die Inanspruchnahme von EU-Fonds. Nikolina Klaiæ, Staatssekretärin im kroatischen Ministerium für regionale Entwicklung und EU-Fonds, berichtete über den aktuellen Stand der Mittelverwendung. 10,7 Mrd. Euro seien aus EU-Fonds von 2014 bis 2020 verfügbar, wobei 79 Prozent davon bereits beauftragt wurden. Zur Disposition stünden noch rund 2,2 Mrd. Euro. Ein Großteil solle dazu dienen, den negativen demografischen Trend der Region Slawonien, Baranja und Srijem umzukehren.  

Viele österreichische Unternehmen sind aktiv an der Umsetzung von Projekten beteiligt. In der Infrastruktur, Wasserwirtschaft, Industrie oder bei landwirtschaftlichen Geräten. So soll es auch in Zukunft weitergehen, ist der einheitliche Tenor, gerade die Steiermark kann als Vorreiter bei Forschung und Entwicklung wichtige Impulse geben. „Unsere Forschungsquote ist der Schuh in der Tür zum Erfolg der Steiermark“ sagte auch Landesrat Hans Seitinger und appellierte an beide Länder, Investitionen in nachhaltige Technologien voranzutreiben.